Die drei Kaiserbäder

Bansin

Bansin

Aus Richtung Ückeritz auf den Waldwegen über den Streckelsberg oder auf der Hauptstraße B 111 kommend erreichen Sie bald das erste und kleinste der legendären Kaiserbäder.
Als Bansin 1256 urkundlich mit dem Namen Banzino in der Inselgeschichte Usedoms eingetragen wurde, dachte wohl kaum einer daran, dass es einmal eines der drei Kaiserbäder sein wird. Jedoch die Gründung des Seebades Bansin im Jahre 1897 erlebte die Zeit des aufblühenden

Bansin

Jugendstiles in der Architektur und war von Anfang an auch schon mit Konzept für die geplante Bäderarchitektur der drei Kaiserbäder.

Zwar sind hier nicht so ausgedehnte Parks und Gärten, aber dafür beginnt unweit hinter dem Strandambiente der stille Charakter des Achterlandes von Usedom mit schattigem Wald und ruhigenSeen, wie den Gothensee oder den Schloonsee. Wer also nach turbulentem Strandleben und reichlich Sonne einen kontrastreichen Ausgleich sucht, findet ihn dort.

BansinNeben den üblichen Erwartungen der Urlauber und Saisongäste für Sport und Camping, oder dem alternativen, so genannten sanften Tourismus gibt es hier auch anspruchsvolleren Komfort und natürlich auch Luxus für Ihre schönste Zeit des Jahres auf der Insel und die Angebote in Wellness und Spa sind sehr vielfältig. Heute darf die kleine Gemeinde das Prädikat Ostseeheilbad zum Namen führen.

Die Seebrücke in Bansin legt sich selbstbewusst dreihundert Meter weit auf die Ostsee, als wolle sie sagen, erst mit mir zusammen seid ihr beide in Ahlbeck und Heringsdorf die drei Seebrücken der drei Kaiserbäder, die durch eine Strandpromenade verbunden sind, wie es in Europa keine weitere mit so einer Länge gibt.

Bansin

Die Appartements sind ansprechend und im Charme der Bäderarchitektur einmalig und selbst der Blick auf das Meer aus den Appartements aus der zweiten Reihe ist meist ungestört.
Am Ende vom Dorf Bansin gelangen Sie zum Sieben-Seen-Blick. Hier haben Sie eine phantastische Aussicht auf den Gothensee,  die Krebsseen bis hin zum Haff. Dieses Gebiet ist ein wichtiger Rückzugsort für Wildgänse, Graureiher, Störche, Fischotter und neuerdings auch Seeadler. Gute Startmöglichkeit für Wander- und Radtouren!

 

Heringsdorf

HeringsdorfObwohl Sie in der Nachsaison freie Wege und Parkplätze finden und die Hauptstraße B 111 fast für sich alleine haben, lohnt es sich trotzdem, den eigenen Pkw einmal stehen zu lassen und trotzdem zügig voranzukommen, denn auch die Usedomer Bäderbahn ist um diese Jahreszeit entlastet und Sie sind mit einigen anderen Fahrgästen fast in familiärer Geselligkeit mit dem Zugbegleitpersonal.

Aber es gibt noch ein Erlebnis, die Insel zu erschließen. Wenn Sie gut zu Fuß sind, nehmen Sie sich eine Wanderung entlang der Heringsdorfer Promenade vor, die von der Seebrücke Bansin bis zur Ahlbecker Seebrücke und weiter hin reicht. Auf dieser erleben Sie vom Wind geschützt die Schönheit der legendären Bäderarchitektur mit ihrer noch verbliebenen oder reizvoll wieder errichteten Eleganz der prachtvollen Villen, die sich in ihren stilistischen Imitationen an Renaissance, Barock oder Klassizismus anlehnen.

HeringsdorfViel später erbaut, jedoch gut in das Ensemble eingefügt, erstreckt sich die Seebrücke in Heringsdorf, die sich wie eine kleine Stadt in sich erhebt, mit Läden, Restaurants, Kino, Appartements und natürlich ganz weit draußen mit der Anlegestelle für Ausflugdampfer. Unweit nach Westen finden Sie am Ende des Rosengartens am Hotel Maritim die Spielbank Heringsdorf, eine der drei Ostsee-Spielbanken und die wohl einzige ihrer Art auf der Insel Usedom.

Weiter nach Osten geschaut lassen Sie das Riesengebäude der Rehaklinik rechts liegen und steuern auf die Villa Oechsler zu, ein Kleinod unter der Heringsdorfer Bäderarchitektur mit seinem Mosaikwandbild an der Außenseite des Giebels. Von da weg kommen Sie über einen kleinen Anstieg in das Zentrum und weiter hin bis zum sehenswerten Heringsdorfer Bahnhof, und überall auf Ihrer Wanderstrecke laden schmucke Lokale zur Rast bei einem warmen Getränk ein.

 

Ahlbeck

Saisonende hieß es in früheren Zeiten, wenn der Herbst Licht und Wärme aus den Tagen nahm, aber die Zeiten sind vorbei, als die Insel in einen Dornröschenschlaf fiel, wenn sich die dunkle Jahreszeit über die Insel ausbreitete. Heute bleibt es hell, abgesehen von  naturgeschützten Gebieten außerhalb der Urbanisation.

AhlbeckKaum zu glauben, dass es in der Wintersaison Badegäste in der Ahlbecker Ostsee gibt, aber wenn sich am Valentinstag die Eisbader zum jährlichen Vergnügen unter hunderten von Zuschauern im wahrsten Sinne des Wortes cool vergnügen, ist es so! Einzigartig und auch bekannt und beliebt ist eines der Wahrzeichen der Kaiserbäder die historisch erhaltene Seebrücke in Ahlbeck mit ihren roten Dächern, Türmchen und sauberem weißem Anstrich und die wunderschön restaurierte über einhundert Jahre alte Jugendstiluhr am Eingang der Brücke.

Noch viel früher als Seebrücke und Uhr entstanden, baute ein Müller als nachweislich erster Siedler seine Mühle an einem dort fließenden Bach, der reichlich Aale beherbergte. Dieser „Aalbach“ war auch Pate für die Namensfindung, eben „Ahlbeck“, dies geschah um 1700.

Reichlich einhundert Jahre später brachte der Oberforstmeister Bernard von Bülow, übrigens ein Ahne des weithin unter dem Namen Loriot gefeierten Vicco von Bülow, rechten Schwung in die bis dahin kleine Ansiedlung.

Wiederum fünfzig Jahre danach wurde Ahlbeck Badeort und seit 1896 trug es den Titel „Familienbad“, nachdem befestigte Wege und ein Warmbadehaus entstanden waren.

Ahlbeck finden Sie mit der Bäderbahn, dem Schiff, mit historisch gepflegten Pferdedroschken oder mit Ihrem eigenen Fahrzeug. Sie können auch laufen über die ausgedehnte Promenade bis nach Bansin über Heringsdorf.

In die andere Richtung führt Sie der Wanderweg über die deutsch-polnische Grenze nach Swinemünde.

Die Bernsteinbäder Zempin, Koserow, Kölpinsee

Zempin

Zempin ist das kleinste Seebad der Insel Usedom. Es liegt zwischen den Seebädern Zinnowitz und Koserow und damit so ziemlich in der Inselmitte, wenn man den Küstenverlauf von Peenemünde im Nordwesten und Swinemünde im Osten betrachtet. Das alte Fischer- und Bauerndorf hat seinen alten Ortskern am Achterwasser. Der nördlich gelegene Küstenwald schützt das Dorf im Winter in idealer Weise vor den kalten Nordostwinden.

ZempinDafür öffnet sich das alte Zempin zum Achterwasser hin. Hier ist ein kleiner Naturhafen und oberhalb davon stehen mehrere Dutzend rohrgedeckter Häuser, die Zempin auch heute noch seinen ursprünglichen Charme ausstrahlen lassen. In Zempin gibt es  keine großen Hotelbauten. Vielmehr passen sich die Pensionen, Ferienhäuser und Hotels in das gewachsene Ortsbild ein. In den zahlreichen Gaststätten und Fischräuchereien können Gäste die typisch pommersche Küche genießen, im Herbst auch Wild aus heimischen Wäldern.

 

ZempinSehenswert ist in Zempin das ehemalige Schulgebäude „Uns olle Schaul“ mit einer Fischereiausstellung und einem originalgetreu rekonstruierten Kolonialwarenladen von 1928. Erst viel später als in den anderen Seebädern wurde 1895 in Zempin mit dem Strandhotel das erste Haus an der Ostsee erbaut. Bis heute haben sich in Strandnähe etliche weitere Hotels und Ferienobjekte dazugesellt.

 

Koserow

KoserowIn der Inselmitte, dort wo Usedom am schmalsten und die Steilküste am höchsten ist, liegt das Seebad Koserow. Mit Zempin, Kölpinsee und Ückeritz gehört Koserow zu den Usedomer Bernsteinbädern. In Koserow erhebt sich an der Steilküste der Steckelsberg, der mit 60 Meter Höhe auch die zweithöchste Erhebung auf der Insel Usedom ist. Etwas weiter nördlich in Richtung Zempin liegt Lüttenort. Hier ist sozusagen die Taille Usedoms, denn nirgendwo anders kommen sich Ostsee und Achterwasser so nah wie hier. Nur ganze 300 Meter ist die schmalste Stelle der Insel Usedom breit.

Koserow hat sich aber auch in anderer Hinsicht einen Namen gemacht. Denn vor der Steilküste des Seebades soll der Sage nach die reiche Stadt Vineta in den Fluten der Ostsee versunken sein. Sie liefert heute den Stoff für die Theatermacher von der orpommerschen Landesbühne Anklam, die alljährlich Vineta auf die Bühne in Zinnowitz bringen.

KoserowBerühmt ist Koserow auch durch den Roman „Die Bernsteinhexe“ (1843) geworden, der vom früheren Koserower Pfarrer Wilhelm Meinhold geschrieben wurde. Zu den Sehenswürdigkeiten in Koserow zählen die Dorfkirche aus dem 13. Jh. sowie die denkmalgeschützten Salzhütten am Strand. Ein lohnenswertes Ziel ist auch das an der schmalsten Stelle in Lüttenort gelegene Gedenkatelier des Malers Otto Niemeyer-Holstein.

 

Kölpinsee

Wie einige andere Seebäder in der Inselmitte auch, hat Loddin seinen Ursprung am Achterwasser. Hier liegt der über 700 Jahre alte Ort mit seinen vielen noch rohrgedeckten Häusern reizvoll am Achterwasser. Hier siedelten sich vor allem Fischer und Bauern am Hang des Mühlenberges an, der heute mit dem nördlichsten Weinberg Deutschlands
eine Besonderheit zu bieten hat. Im Oktober werden hier die roten und weißen Trauben von den 99 Rebstöcken geerntet.

Südlich des alten Dorfzentrums erstreckt sich die Halbinsel Loddiner Höft mit dem gleichnamigen Naturschutzgebiet. Ganz idyllisch gelegen ist auch der kleine Angel- und Yachthafen des Ortes, der sich im Schilf zu verstecken scheint. Nur wenige hundert Meter
weiter thronen oberhalb der alten Fischerhäuser in der Dorfstraße die noch relativ neuen rohrgedeckten Villen im Diplomatenweg.

Der alte Ortskern wird durch die Strandstraße mit dem jüngeren Ortsteil Kölpinsee verbunden. Hier entstand 1896 mit dem Hotel Wald und See, das heute nicht mehr existiert, das erste Hotel in Ostseenähe. Heute befinden sich in Kölpinsee zahlreiche Hotels,
Kurkliniken und Pensionen.